Das Ende der Armut

Es gibt vor allem zwei Gründe, warum die besten Hilfsorganisationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit mehr als 100-mal wirksamer sein können als durchschnittliche, gemeinnützige Organisationen:

 

  1. Entwicklungsländer vs. Industrieländer.

Die meisten Menschen stimmen der Aussage zu, dass jedes Menschenleben gleich wertvoll ist. Denkt man dies weiter, kann man in einem sehr armen Land mit dem gleichen Betrag „automatisch“ deutlich mehr erreichen als in einem sehr reichen. So beträgt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kenia weniger als 4% von dem in Deutschland. In Malawi ist es weniger als 1%.

In diesen Ländern ist es möglich, für weniger als 1 Euro ein Schulkind von gesundheitsgefährdenden Parasiten zu befreien oder für weniger als 4 Euro ein Moskitonetz zu verteilen, das zuverlässig vor Malaria schützt. Beides sind Maßnahmen, die das Leben der Betroffenen nachhaltig verbessern, und die in Industrieländern glücklicherweise nicht mehr notwendig sind.

 

  1. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Auch innerhalb von Entwicklungsländern unterscheidet sich die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen und Organisationen teils erheblich. Hier wirken sich vor allem Gesundheitsprogramme äußerst positiv auf viele andere Lebensbereiche aus.

Ein Beispiel: Das am Massachusetts Institute of Technology angesiedelte Forschungsinstitut J-PAL Poverty Action Lab hat die Kosteneffektivität verschiedener Maßnahmen zur Steigerung der Teilnahme am Schulunterricht von Kindern in Kenia verglichen. Während der Einsatz von 100 Dollar für Stipendien durchschnittlich zu 100 zusätzlichen Tagen Schulbesuch führte, hatte der gleiche Betrag 260 zusätzliche Unterrichtstage zur Folge, wenn man ihn für kostenlose Schuluniformen ausgab.

Wurde das Geld jedoch in schulbasierte Entwurmungsprogramme investiert, gingen die Kinder an mehr als 5.000 zusätzlichen Tagen zur Schule. Für das gleiche Geld konnte also eine 19- bzw. 50-mal höhere Wirkung erzielt werden. Denn: Wen Krankheit am Schulbesuch hindert, dem nützen auch Stipendien, Schuluniformen oder die besten Lehrer nichts.

Durch die Verknüpfung der beiden Hebel lässt sich eine mehr als 100-mal größere Wirkung erzielen: In besonders armen Ländern wissenschaftlich besonders gut nachgewiesene, hochwirksame Maßnahmen durchführen.

Um herauszufinden, welche Hilfsorganisationen den höchsten Ansprüchen gerecht werden, reicht es allerdings nicht, die nachgewiesen wirksamsten Hilfsmaßnahmen zu identifizieren. Auch die Organisationen selbst müssen grundlegend auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert werden. Hierfür nutzen wir die Ergebnisse des renommierten Forschungsinstituts GiveWell.

Wie arbeitet GiveWell und warum orientieren wir uns an diesem Institut?

GiveWell ist die weltweit führende Organisation für die Evaluierung von Hilfsorganisationen. GiveWell widmet sich seit mehr als zehn Jahren und mit über 20 Forschern der Frage, wie man mit seiner Spende die größtmögliche Wirkung erzielen kann. Die in San Francisco ansässige Organisation ist wie effektiv-spenden.org als gemeinnützig anerkannt.

Von den über 1.000 Organisationen, mit denen sich GiveWell beschäftigt hat, verfügen aktuell nur acht über den Status „Top-Hilfsorganisation“. GiveWell überprüft diesen Status jährlich.

Um „Top-Hilfsorganisation“ zu werden, muss eine Organisation mindestens eine der von GiveWell identifizierten Maßnahmen umsetzen, deren hohe Wirksamkeit durch anerkannte wissenschaftliche Studien belegt ist und die zudem besonders kosteneffektiv sind. Hierzu zählen etwa die Verteilung von Moskitonetzen, Entwurmungsprogramme für Schulkinder oder bedingungslose Geldtransfers.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, beginnt GiveWell mit einer detaillierten Analyse der jeweiligen Organisation. Dazu besuchen GiveWell-Mitarbeiter die Organisationen vor Ort, prüfen interne Unterlagen und führen ausführliche Interviews mit Mitarbeitern und Förderern.

Wirkungsnachweis

Die Wirksamkeit des Ansatzes einer Hilfsorganisation muss durch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen sein. Es muss außerdem starke Hinweise dafür geben, dass die Maßnahmen auch bei anderen als den bereits untersuchten Gruppen wirksam sind. Die wenigen Ansätze, die diesen Ansprüchen genügen, sind den bisherigen Analysen zufolge meist Gesundheitsmaßnahmen oder direkte Geldtransfers.

Kosteneffektivität

GiveWell erstellt zudem detaillierte Kosten-Nutzen-Kalkulationen und macht nicht nur die Ergebnisse öffentlich, sondern auch deren Herleitung: Wie teuer ist diese Maßnahme im Vergleich zu anderen, die das Leben eines Menschen retten oder seine Lebensqualität erheblich verbessern? In armen Entwicklungsländern reicht der Gegenwert eines Euros sehr viel weiter als zum Beispiel in Deutschland. Daher erzielt man dort mit den gleichen Mitteln „automatisch“ eine um ein Vielfaches größere Wirkung als hierzulande.

Wachstumspotenzial

Empfiehlt GiveWell eine Hilfsorganisation als „Top-Hilfsorganisation“, kann es sein, dass sie danach deutlich mehr Spenden erhält. Sie muss also in der Lage sein, mit den zusätzlichen Spenden Fortschritte zu erzielen, ohne dass die Kosteneffektivität darunter leidet. In der Vergangenheit hat GiveWell daher einige Hilfsorganisationen nicht empfohlen, weil es ihnen wahrscheinlich schwer gefallen wäre, zusätzliche Spenden ohne Zeitverzug in weitere hochwirksame Hilfeleistungen zu übersetzen.  Aus Sicht des Spenders bedeutet ein nicht vorhandenes Wachstumspotenzial nämlich, dass die Spende erst einmal für längere Zeit auf dem Konto der Hilfsorganisation liegt während eine andere, „wachstumsfähige“ Hilfsorganisation die Spende zeitnah hätten einsetzen können.

Transparenz

Die Analysen von GiveWell verfolgen das Ziel, die Arbeit einer Organisation so umfassend wie möglich zu beleuchten. Berichte umfassen in der Regel mehr als 30 Seiten und haben oft mehrere hundert Quellen und Fußnoten (die Analyse von Deworm the World vom November 2018 verfügt z.B. über mehr als 360 Quellen und 125 Fußnoten).  Diese Analysen zeigen nicht nur die Stärken, sondern gehen auch ausführlich auf die Schwächen der Organisationen sowie potenzielle Risiken ein. An den Analysen arbeiten Mitarbeiter der einzelnen Organisationen aktiv mit, indem sie Unterlagen zur Verfügung stellen, Einblick in die Verwaltungsabläufe gewähren und persönlich Auskunft geben. Für den sozialen Sektor ist ein solches Maß an Transparenz absolut ungewöhnlich. Aber es ist die zentrale Bedingung von GiveWell: Wer nicht transparent ist, kann keine „Top-Hilfsorganisation“ werden. Auch GiveWell selbst zeichnet sich durch eine vorbildliche Transparenz aus. So sind sämtliche den Empfehlungen zugrunde liegenden Annahmen und Berechnungen und sogar Audioaufnahmen der Aufsichtsratssitzungen öffentlich auf der GiveWell-Webseite abrufbar.


Die drei aus unserer Sicht vielversprechendsten Organisationen, denen GiveWell den Status „Top-Hilfsorganisation” verliehen hat, stellen wir hier ausführlich vor.  Du kannst über uns direkt an die „Top-Hilfsorganisation” spenden. Alle Spenden leiten wir zu 100% an die Organisationen weiter. Da wir vom deutschen Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind, erhältst Du bei einer Spende über uns auch eine Spendenquittung, die Du steuerlich geltend machen kannst.

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